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Billerbecker Anzeiger vom 20. November 2004
Wollen keine Schlafstadt
Dirks zeigt Zukunftsperspektiven auf
Von Philipp Perick
Billerbeck. Billerbeck im Jahr 2020 - Bürgermeisterin Marion Dirks hat recht klare Vorstellung davon, wie die Stadt in Zukunft aussieht. Den Weg dahin aber deutet sie bei der Mitgliederversammlung der Volksbank Baumberge am Donnerstagabend nur an. In ihrem Vortrag über die Perspektiven der Domstadt beschreibt sie "die Dinge in Billerbeck, wie sie sind". Sie zeigt Stärken und Schwächen der Stadt auf und kombiniert sie mit dem leidenschaftlichen Aufruf: "Wir müssen uns alle in ein Boot setzen, um Billerbeck als Marke zu etablieren."
Im Jahr 2020, so stellt es sich die Bürgermeisterin vor, wohnen und arbeiten die Billerbecker in ihrer Stadt. "Wir wollen keine Schlafstadt werden", fordert Dirks. Das sei aber nur mit einem starken Einzelhandel möglich, der Billerbeck für seine Bewohner auch als Einkaufsstadt attraktiv mache. "Wir haben 57 Millionen Euro Einzelhandelsrelevante Kaufkraft." Doch nur 44 Millionen Euro tragen die Billerbecker in die Kassen der örtlichen Händler. Das Geld fließt aus der Stadt. "Wir müssen uns nicht verstecken", ermutigt Dirks die Zuhörer, "sondern unsere Stärken besser verkaufen." Um Billerbeck tatsächlich als Marke zu fördern, schlägt sie "die Stärkung des Standortes durch ein integriertes Stadtmarketing" vor. Für Billerbeck soll sich eine neue Perspektive daraus ergeben, dass Stadt, Handel und Bürger an einem Strang ziehen. Mehrmals pocht Dirks deshalb auf das Engagement der Bürger. "Ich freue mich immer, wenn Bürger ins Rathaus kommen und Vorschläge machen."
Um Billerbeck für die Zukunft aufzustellen, plädiert Dirks dafür, neue Gewerbeflächen auszuweisen. "Viel Fläche haben wir dafür leider nicht zur Verfügung", bedauert Dirks. "Da müssen wir in den nächsten Jahren was tun." Neue Gewerbeflächen seien vor allem zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Billerbeck notwendig. "Es besteht leider wenig Hoffnung, große Arbeitgeber von außerhalb anzusiedeln. Aber wir müssen an unsere schon ansässigen Betriebe denken." Neue Arbeitsplätze in vergrößerten Gewerbegebieten haben für die Bürgermeisterin vor allem vor dem Hintergrund der Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe Priorität. "Mit 697 Beschäftigten erwirtschafteten 2003 neun verarbeitende Betriebe 144 Millionen Euro", so Dirks. 1995 seien es 102 Millionen Euro in acht Betrieben gewesen. "Bei 663 Arbeitsplätzen", berichtet Dirks. "Das Problem ist: Die Umsätze steigen, aber mehr Arbeitsplätze entstehen nicht." Auch hier hofft Dirks bis zum Jahr 2020 auf eine Trendwende.

"Wie wird Billerbeck sich entwickeln?", fragte Marion Dirks in der Mitgliederversammlung der Volksbank Baumberge und erläuterte den Genossen ihre Vorstellung.Foto: pip
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