Home
  Persönliches
  Politisches
  Positionen
  Projektideen
  Presse
  Tagebuch
  Post
  Reden
  Bildergalerie
  Links
  Kontakt



Marion Dirks - Reden


Rede anlässlich der Eintragung ins Goldene Buch von
Kardinal Meisner, Köln, am 28. März 2005, anlässlich
des Bistumsjubiläums

- Es gilt das gesprochene Wort -

Eminenz, sehr geehrter Herr Kardinal Meisner,
Excellenz, sehr geehrter Herr Weihbischof Voß.
Sehr geehrter Herr Propst Remfert,
verehrte Gäste,

zwei Tage nach dem Todestag unseres Stadtpatrons
und zwei Tage vor der 1200. Wiederkehr der Weihe des
Hl. Ludgerus zum ersten Bischofs von Münster darf ich Sie
in unserem historischen Rathaus empfangen.
Es ist mir eine besondere Ehre, Sie, Herr Kardinal Meisner,
in unserer Stadt willkommen zu heißen. Als Nachfolger des
Kölner Erzbischofs Hildebold, aus dessen Händen am
30. März 805 der friesischen Missionar Liudger die
Bischofsweihe empfing, haben Sie eine ganz besondere
Verbindung zum ersten Bischof von Münster und damit
auch zu unserer Stadt, dem Sterbeort des Hl. Liudger.

"Man kann ohne Liebe Holz hacken, man kann aber nicht
ohne Liebe mit Menschen umgehen". Dieser weise Satz
Leo Tolstoi charakterisiert auch das Wesen des Missionars
Liudger. Nicht von ungefähr feiert das Bistum Münster sein
Jubiläum als "Liebesgeschichte", als ungewöhnliche
Liebesgeschichte. Liebe wird erst zur Liebe, wenn wir sie
verschenken. Das Leben des Hl. Liudger ist für die
Menschen im Bistum Münster, ist für die Billerbeckerinnen
und Billerbecker ein Geschenk, das die Jahrhunderte
überdauert.

Archäologische Untersuchungen in unserer Pfarrkirche
St. Johann haben ergeben, dass sie bereits um 780 als
steinerner Bau bestanden hat. St. Liudger hat also schon
bei seinen Missionsreisen eine Kirche seines Vorgänger -
Missionars, des Abtes Bernrad, vorgefunden. Wir waren zu
Zeiten Liudgers schon nicht mehr die ganz wilden Sachsen.

Eine Kirche um 780 bedeutet, dass Billerbeck um diese
Zeit bereits eine größere bäuerliche Siedlung war, die
Mittelpunkt eines Kirchspiels wurde, zu dem viele
Bauerschaften ringsum gehörten, Die Pfarrei St. Johannes
der Täufer zählt zu den Urpfarren des Bistums Münster.

Liudger selbst erbaute der Überlieferung nach eine
schlichte Holzkirche, dort, wo sich heute der Chor des
Ludgerus-Domes befindet. Dass Liudger am 26. März
809 in Billerbeck starb, hat für unsere Stadt eine große
Bedeutung. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass
Billerbeck schon viel früher als die meisten anderen Orte
des Münsterlandes in das Licht der Geschichte eintrat.

Wie groß die Ludgerus-Verehrung in Billerbeck ist, weisen
nicht nur die weithin sichtbaren Türme unserer Propstei-
Kirche. Mit diesem Gotteshaus hat sich die Liebe der
Billerbeckerinnen und Billerbecker zu ihrem Heiligen ein
Denkmal gesetzt. Ein ganz klein wenig wollten die
Bauherren gewiss Ihrem Kölner Dom nacheifern.

Viele kleine Verehrungszeichen im ganzen Stadtgebiet
zeigen, wie sehr die Ludgerus-Stadt Billerbeck „ihren“
Heiligen ins Herz geschlossen haben.

Auch heute noch führen viele Wallfahrten nach Billerbeck.
Jedes Kind lernt auf der Schule, die auch den Namen des
Heiligen trägt, viel über das Leben, über die Wunder, über
die Liebe Liudgers zu den Menschen. Liudger fiel auf durch
umsichtiges Handeln, er überzeugte durch sich selbst. Ein
Vorbild, dass heute mehr denn je Gültigkeit hat.

Auch lange nach der Trennung von Staat und Amtskirche
ist die Verbindung zwischen der Pfarrgemeinde
St. Liudger/St. Johann sehr eng. Wir sind mehr als gute
Nachbarn und uns darüber einig, wie groß die Bedeutung
des Lebens und Wirkens des Hl. Liudger für unsere Stadt ist.

Und nun freuen erhoffen wir uns einen erfolgreichen Verlauf
der weiteren Jubiläumsfeierlichkeiten. Natürlich meine ich
damit auch, dass den Organisatoren all das gelingt, was
sie sich vorgestellt haben. Doch eigentlich geht es um viel
mehr: Begegnungen können die Menschen stärken, in
ihrem Glauben, in ihrer Hoffnung, in ihrem Leben. Und das
wünsche ich mir von diesem Jubiläumsjahr.

Ganz besonders freuen sich die Billerbecker Jugendlichen
auf eine Begegnung in Ihrem schönen Köln, Herr Kardinal.
Schon seit vielen Monaten sammeln sie mit verschiedenen
Aktionen Geld, um Jugendlichen aus der Partnergemeinde
in Lima die Reise zum Weltjugendtag zu ermöglichen.
Billerbecker Familien haben schon viele Übernachtungs-
möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Gerade dieses
Engagement zeigt, dass sich der Gedanke Liudgers eben
nicht überlebt hat. Junge Menschen erfahren als Christen
die Gemeinschaft, so kann dieses internationale Treffen
zu einem wichtigen Meilenstein des Lebens werden.

Sehr geehrter Herr Kardinal,

zur Erinnerung an den heutigen Tage, an Ihren Besuch in
der Stadt Billerbeck anlässlich des Bistumsjubiläums 2005,
darf ich Sie nun bitten, sich ins Goldene Buch einzutragen.


Der Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, trug sich anlässlich des Bistumsjubiläums in Anwesenheit von Bürgermeisterin Marion Dirks ins Goldene Buch der Stadt Billerbeck ein. Foto: Billerbecker Anzeiger/Tibroni

Marion Dirks

Weihgarten 2
48727 Billerbeck

Telefon 02543 25260
Telefax 02543 25261
info@mariondirks.de

| Home | Kontakt | Impressum